Gustav-Heinemann-Schule

Selbstständige Schule

Oberstufengymnasium des Kreises Groß-Gerau

MINT

Olov

1. Vorwort

Die vorliegende Fortschreibung des Schulprogramms der Gustav-Heinemann-Schule dokumentiert den schulinternen Qualitätsentwicklungsprozess und zeigt den verbindlichen Handlungsrahmen auf, der von allen Mitgliedern der Schulgemeinde – Schulleitung, Kollegium, Schülerschaft, Eltern - gemeinsam umzusetzen und einzuhalten ist.

Die aufgezeigten Entwicklungsschwerpunkte bedürfen der kontinuierlichen schulinternen Evaluation und Weiterentwicklung, wobei der Prozesscharakter von Schulentwicklung unbedingt zu betonen ist.

2. Die Gustav-Heinemann-Schule / Oberstufengymnasium

Das 1976-77 in Schulträgerschaft des Kreises Groß-Gerau in Rüsselsheim gegründete Oberstu-fengymnasium Gustav-Heinemann-Schule ist Bestandteil des „Schulverbundes Main“ und leitet diesen seit seiner Errichtung.

Als eigenständiges gymnasiales Oberstufengymnasium trägt die Gustav-Heinemann-Schule durch ihr spezielles im Schulprofil verankertes Förderkonzept wesentlich zur Offenheit, Durchlässigkeit und Chancengerechtigkeit im Nordteil des Kreises Groß-Gerau bei.

Dieser Bildungsauftrag soll auch in Zukunft beibehalten werden. Er verlangt, dass die in die Einführungsphase eintretenden Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zunächst einmal im Klassenverband „zusammengeführt“ werden. Dies geschieht im regulären Unterricht, in Phasen der Orientierung bezüglich Leistungskursanforderungen und durch ein zusätzliches schulinternes jährlich evaluiertes Kompensationskonzept.

3. Unser Leitbild

Unser Leitbild soll ein identitätsstiftender Kompass für die Orientierung im Schulalltag sein:

  • Wir bieten allen unseren Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunft die Chance zu einem Neuanfang. Jeder ist herzlich willkommen, der mit uns auf der Basis von Toleranz, Integrationsbereitschaft und Leistungsbereitschaft zusammenarbeitet.
  • Wir stellen in den Mittelpunkt unseres Arbeitens den interessierten, aufgeklärten und bil-dungsbereiten Menschen, der verantwortungsvoll am gesellschaftlichen Leben teilnimmt und seine Zukunft reflektiert gestaltet.
  • Ziel unserer gemeinsamen Arbeit ist es, die in den Kerncurricula formulierten Kompetenzen individuell zu entwickeln, zu stärken und zu verbinden.
  • Wir wollen Neugierde, Lernfreude, Ausdauer, Belastbarkeit, Engagement, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit fördern. Wir alle – Schulleitung, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schülern, Eltern – arbeiten wertschätzend, vertrauens- und verantwortungsvoll zusammen. Die Transparenz von schulischen Prozessen und Entscheidungen ist uns sehr wichtig.

4. Selbstständige Schule

Die Gustav-Heinemann-Schule ist seit dem 01.08.2014 Selbstständige Schule (SES) und nimmt am Großen Schulbudget teil. Im Kontext unseres systematischen Aufbaus des schulischen Qualitätsmanagements als SES-Schule wurden wir im Schuljahr 2014/15 durch die Hessische Lehrkräfteakademie im Rahmen der obligatorischen Ausgangsanalyse mit überaus positivem Ergebnis extern evaluiert.

5. Schulische Schwerpunkte

5.1 Breitgefächertes individuell kombinierbares Leistungskursangebot

An der GHS gibt es ein überdurchschnittlich breites Angebot an frei kombinierbaren Leistungskursen:

Aufgabenfeld I: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Kunst, Musik
Aufgabenfeld II: Geschichte, Politik und Wirtschaft
Aufgabenfeld III: Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik

Dabei wird sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler ihre individuell gewünschte Leis-tungskurskombination erhalten, sofern diese von der OAVO her zulässig ist. Dies wird durch eine komplexe Stundenplanung erreicht, welche die Grund- und Leistungskurswahlen aller Schülerinnen und Schüler individuell mitberücksichtigt. Dazu ist es notwendig, dass die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und verbindlich ihre Grund- und Leistungskurse wählen.

5.2 MINT-freundliche und digitale Schule

Die Gustav-Heinemann-Schule ist seit dem Schuljahr 2015/16 MINT-freundliche Schule und erhielt im Schuljahr 2017/18 die Auszeichnung MINT-freundliche „Digitale Schule“, welche bisher nur 12 Schulen in Deutschland erhalten haben.

Diese Auszeichnungen würdigen die kontinuierlich zunehmende Profilierung der Gustav-Heinemann-Schule im MINT-Bereich und der digitalen Bildung. Dieser Schulschwerpunkt manifestiert sich in einem sehr breiten curricularen Angebot, einem großen Spektrum an Arbeitsgemeinschaften, Kollaborationen mit außerschulischen Kooperationspartnern, Wettbewerbsteilnahmen und Sonderveranstaltungen im MINT-Bereich, Exkursionen sowie einer sehr guten digitalen Ausstattung in Verbindung mit der Umsetzung entsprechender digitaler Unterrichts- sowie Medienbildungskonzepte.

Eine weitere Vertiefung des MINT-Schwerpunkts ist in den Aspekten Technik, Mädchenförderung und Begabtenförderung intendiert.

5.3 Musischer, künstlerischer und ästhetischer Schwerpunkt

Die Gustav-Heinemann-Schule bietet regelmäßig Leistungskurse in den Fächern Musik und Kunst an. Seit dem Schuljahr 2016/17 gehört auch Darstellendes Spiel als Grundkursangebot zum Fächerkanon. Alle drei Fächer können als Abiturprüfungsfächer gewählt werden.

Wichtige ästhetische Grundkompetenzen, wie das genaue Wahrnehmen, das selbstständige Schaffen und ein fundiertes Werturteil stehen sowohl im Fach Kunst, wie auch in den Fächern Darstellendes Spiel und Musik im Fokus. Diese finden im gemeinsamen Erarbeiten, Musizieren oder Gestalten und letztlich im gemeinsamen, häufig öffentlichen Präsentieren ihren Ausdruck. Dabei werden Impulse des aktuellen Kulturgeschehens aufgegriffen. Eigene Beiträge der Lernenden werden dadurch zum Bestandteil des örtlichen Kulturangebots.

Als zusätzliches Angebot steht den Schülerinnen und Schülern eine breite Palette an Arbeitsgemeinschaften zur außerunterrichtlichen Kompetenzförderung zur Verfügung, wie zum Beispiel in der Kunst der Austausch und Workshops mit verschiedenen Museen oder anderen Kulturinstitutionen des Rhein-Main-Gebietes. Im musikalischen Bereich werden Konzertbesuche, eigene Auftritte bei Schulveranstaltungen oder auch außerhalb der Schule und andere Projekte in Zusammenarbeit mit regionalen Kulturträgern angeboten.

5.4 Gütesiegel / SBO – Studien und Berufsorientierung

Die Gustav-Heinemann-Schule erhielt nach der erfolgreichen Bewerbung und Zertifizierung 2012 das Gütesiegel „Berufs- und Studienorientierung / Hessen“ für den Zeitraum von 2012 bis 2014, rezertifizierte sich anschließend erfolgreich wieder und strebt im Schuljahr 2017/18 die zweite Rezertifizierung an.

Das Gütesiegel wurde u.a. verliehen für:

  • eine hervorragende Umsetzung des SBO-Konzeptes
  • gute Studienorientierung
  • vielfältige Partnerschaften und Kooperationen mit Unternehmen, Institutionen und Verbänden der Region
  • den Praxisbezug durch das Projekt business@school
  • eine herausragende Leistung im Bereich der Auslandspraktika in Frankreich und Spanien

Entscheidende Bausteine im schulinternen Studien- und Berufsorientierungskonzept sind

  • kontinuierliche portfolio-Arbeit in allen Jahrgangsstufen
  • das verbindlich im zweiten Halbjahr der Qualifikationsphase stattfindende 14-tägige Praktikum bzw. Auslandspraktikum,
  • die Anbindung der Studien- und Berufsorientierung an die Tutoren bzw. Klassenleitungen und
  • die Implementierung der studien- und berufsorientierenden Maßnahmen im naturwissenschaftlichen Bereich.

Die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule haben sowohl verbindlich wahrzunehmende Termine und Veranstaltungen, wie die Teilnahme am geva-test®, an der vocatium und ein Universitätsbesuch, können aber auch aus einer Vielzahl an freiwilligen freiwilligen Veranstaltungen das für sie passende Angebot heraussuchen.

Die Anbindung der Studien- und Berufsorientierung an den Tutoren- bzw. Klassenlehrerunterricht ermöglicht eine kontinuierliche, individuelle Beratung. Hierdurch werden für die Zeit nach dem Abitur Perspektiven aufgezeigt, die der Motivation zur Leistungssteigerung dienen.

5.5 Soziales Netzwerk

Das Soziale Netzwerk ist ein Zusammenschluss mehrerer professionalisierter sozialer Arbeitsbereiche der Schule. Dazu gehören neben dem/r jeweiligen SV-Lehrer/in das Angebot der Mediation, der Sucht- und Drogenprävention, derExtremismusprävention sowie einer Vertrauensperson im Falle sexueller Übergriffe. Darüber hinaus verstärken Schulseelsorge sowie der ständige Kontakt zum Schulpsychologischen Dienst des Staatlichen Schulamtes das Soziale Netzwerk. Alle Mitarbeitenden sehen sich als Beratende in ganz individuellen und spezifischen Konflikten oder krisenhaften Situationen bei Jugendlichen. Sie verstehen ihre Arbeit als eine vertrauliche und zugleich kooperierende, um die Schulgemeinschaft insgesamt zu entlasten, aber auch zu unterstützen.

5.6 Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage

Die GHS ist seit 2012 auf Initiative der SV deutschlandweit Teil des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.Mit der Auszeichnung verpflichtet sich die Schulgemeinschaft, sich dafür einzusetzen, in diesem Bereich nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln. Die Leitung und Verantwortung für die Weiterführung der Aktivitäten obliegt der SV.

 

6 Übersicht über besondere schulische Angebot

6.1 Internationale Austauschprogramme

USA-Austausch

Seit 1992 findet alle zwei Jahre ein Schüleraustausch mit der Memorial-High-School in Eau Claire/Wisconsin statt.  Diese wird mit unterstützt vom German American Partnership Program (GAPP), einem Austausch-Programm des Auswärtigen Amtes.

Das Austausch-Programm ist für beide Schulen sehr attraktiv: Die Schülergruppen besuchen für 14 Tage den Unterricht in der Gastschule. Die Schülerinnen und Schüler wohnen dabei in Gastfamilien und besuchen anschließend für eine Woche kulturell interessante Orte in den USA.

Chile-Austausch

Mit Beginn des Schuljahres 2011/12 wurde an der GHS ein Austauschprogramm mit der deutschen Schule in Osorno (Chile) eingeführt. Hier wird vorwiegend unseren Spanischschülerinnen und -schülern die Möglichkeit geboten, für einen individuell bestimmbaren Zeitraum (ca. 6-9 Wo-chen, i.d.R. während unserer Sommerferien) am Unterricht einer deutschen Schule in Chile teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler wohnen bei kostenloser Unterbringung und Verpflegung in Gastfamilien, nehmen auch das kulturelle Begleitprogramm wahr und empfangen im Gegenzug, je nach Möglichkeiten, eine/n chilenische/n Austauschpartner/in für einen entsprechenden Zeitraum. Neben der Festigung und Vertiefung der sprachlichen Kompetenz verfolgt der Austausch das Ziel der Stärkung der interkulturellen Kompetenz der beteiligten Schülerinnen und Schüler.

6.2 Studien- und berufsorientierte Auslandsaufenthalte

Die Gustav-Heinemann-Schule bietet im Rahmen der verpflichtenden Betriebspraktikumsphase einen studien- und berufsorientierten Auslandsaufenthalt in Antibes, Frankreich, und parallel in El Puerto de Santa María, Spanien, an. Dieser Baustein unserer Studien- und Berufsorientierung ist ganz konkret vor dem Hintergrund der Vertiefung der sprachpraktischen Kenntnisse in der Zielsprache Französisch bzw. Spanisch, der Erlangung von betrieblichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen im Zielland und natürlich der Förderung der landeskundlichen, interkulturellen und, nicht zuletzt, personalen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die die Fremdsprache in der Q2 fortführen, zu sehen. Die Betreuung vor Ort übernehmen Lehrkräfte der entsprechenden Fachschaft.

6.3 Fächerübergreifendes Angebot

6.3.1 Weimarfahrt

Seit 2014 findet jedes Jahr eine dreitägige Fahrt nach Weimar als fächerübergreifendes Projekt für Schülerinnen und Schüler der Q2 mit den Leistungskursen Deutsch, Geschichte und Kunst statt. Jede Schülerin und jeder Schüler durchlaufen jeden Tag ein neues, auf eines der genannten Fächer bezogenes thematisches Modul. Auf diese Weise lernen die Schülerinnen und Schüler die Vielseitigkeit der Stadt Weimar unter germanistischen, künstlerischen und historischen Gesichtspunkten kennen.

In der vorletzten Woche eines jeden Schuljahres sind drei Tage dafür im Jahresterminplan vorgesehen, die Fahrt ist für die Schülerinnen und Schüler der oben genannten Leistungskurse verbindlich. Die Schulleitung unterstützt das Unternehmen durch die Bereitstellung von genügend Fachkolleginnen und -Kollegen, die eine intensive fachliche und individuelle Betreuung gewährleisten.

6.3.2 Berlinfahrt

 Die in Kooperation mit der Bundeswehr entstandene Berlinfahrt ist eine Besonderheit, welche bundesweit nur wenige Schulen anbieten können. Im Sinne der erweiterten politischen und historischen Bildung von Lernenden bietet die einwöchige Fahrt anhand der Schwerpunkte „Der Nationalsozialismus" und „Die Geschichte der DDR" die Möglichkeit, beide Themen aktiv in der Hauptstadt zu erleben. Einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt bildet der Einblick in aktuelle politische Prozesse und das Kennenlernen unserer Parlamentarischen Demokratie. Hierbei stehen die jungen Soldatinnen und Soldaten im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern und absolvieren das gesamte Programm gemeinsam. Neben dem Erleben bedeutender Orte der deutschen Geschichte steht der rege und kritische Austausch über die Zusammenhänge von Vergangenheit und Gegenwart im Vordergrund.

6.4 Zusätzliche Qualifizierungsangebote

6.4.1 Sprachenzertifikate/Arbeitsgemeinschaften

  • AG Wirtschaftsenglisch (externes Zertifikat): bereitet in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau auf den Erwerb des europaweit anerkannten Zertifikats „English for Business Purposes“ (B2) vor. Die Kurse dauern jeweils ein Jahr und enden mit einer schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung.
  • DELF AG (externes Zertifikat): Vorbereitender Französisch-Kurs für das Fremdsprachenzertifikat aller Sprachen-Niveau-Stufen.
  • DELE AG (externes Zertifikat): Vorbereitender Spanisch-Kurs für das Fremdsprachenzertifikat aller Sprachen-Niveau-Stufen.

6.4.2 MINT-Qualifizierung/Arbeitsgemeinschaften

  • 3D-Design (3D-Drucktechnik)
  • Junior Science Café (externes Zertifikat)
  • ECDL-Europäischer Computerführerschein (externes Zertifikat)
  • Robotic –Lego EV3 (externes Zertifikat)
  • Cisco-IT-Zertifizierung (externes Zertifikat)
  • Makerspace (externe Zertifikate)
  • Jugend Präsentiert/Nawi-AG: Die naturwissenschaftliche jahrgangsübergreifende AG wird um den Schwerpunkt „Jugend präsentiert“ erweitert. 

6.4.3 Studienorientierung

  • Business@school:Das Projekt business@schoolist eine Bildungsinitiative der internationalen Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) und vermittelt seit 1998 jährlich rund 1.500 Schülerinnen und Schülern über ein Schuljahr hinweg in drei Phasen das Thema Wirtschaft praxisnah. Unterstützt werden die Schülerteams durch ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie rund 500 Betreuerinnen und Betreuer von über 20 Partnerunternehmen und von BCG. Ander GHS wird das Projekt seit 2011 sehr erfolgreich in Form einer wöchentlich zweistündigen AG durchgeführt und mündet in einer Wettbewerbsteilnahme mit individueller Zertifizierung.

6.5 Weitere Arbeitsgemeinschaften

  • Theater-AG: Die Theater-AG SEMIDEFEKT produziert eigene und adaptierte Stücke. Mit unserer AG nehmen wir regelmäßig an den Rüsselsheimer Schultheatertagen teil.
  • Schulband und Chor: Unsere musikalischen Arbeitsgemeinschaften präsentieren sich regelmäßig bei Schulkonzerten und Schulveranstaltungen mit den Schwerpunkten Rock, Pop, Jazz und Klassik. Sie repräsentieren die GHS bei verschiedenen Gelegenheiten außerhalb der Schule, wie etwa bei Wettbewerben oder Veranstaltungen im Landtag oder Rathaus.
  • Blender & Video AG: Modellieren und Video

6.6 Kompensation in der Einführungsphase

Die Förderung und Unterstützung durch Kompensation hat in der Eingangsstufe (E 1/2) einen großen Stellenwert. Ziel dieser ist es, etwaige Wissensdefizite der Schülerinnen und Schüler, die aus der Mittelstufe herrühren, auszugleichen und den erfolgreichen Weg zum Abitur dadurch zu unterstützen.

In allen Hauptfächern (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Mathematik) werden nach einer Eingangsdiagnose durch die Fachlehrer/innen die betroffenen Schülerinnen und Schüler durch ein Empfehlungsschreiben der Schulleitung an die Eltern über den diagnostizierten Kompensationsbedarf informiert und erhalten Vorschläge für geeignete Kompensationskurse. Die Kurse beginnen umgehend nach den Herbstferien und sind nach Anmeldung konsequent zu besuchen. Beginnend mit dem Schuljahr 2012/13 kooperiert die Gustav-Heinemann-Schule diesbezüglich stringent mit dem Studienkreis Rüsselsheim.

Der Kompensationsunterricht für die Schülerinnen und Schüler wird auf zwei Fächer begrenzt, um eine Überlastung zu vermeiden. Die Klassenlehrer/innen koordinieren das Prozedere. Die Voraussetzungen für das Gelingen der Kurse wird durch die Kooperation zwischen den Lehrkräften im Fach- und Kompensationsunterricht geschaffen.

6.7 Schulische Kooperationspartner

  • Institut für Jugendmanagement Stiftung: Bildungsfahrten, Schülerstudienangebote
  • DLGI (Dienstleistungsgesellschaft für Informatik)
  • Fraunhofer IAIS
  • Wissenschaft im Dialog
  • Klaus Tschira Stiftung
  • Deutsche Telekom Stiftung
  • IHK Darmstadt Rhein Main Neckar
  • Universität Regensburg (Cybermentor)
  • Universität Frankfurt
  • Universität Mainz
  • TU Kaiserlautern
  • Hochschule Rhein-Main
  • Institut für Talentförderung (IfT)
  • The Boston Consulting Group (BCG)
  • Oracle®
  • Cisco®
  • Frauen museum Wiesbaden
  • VCI (Verband der chemischen Industrie)
  • Merck Darmstadt

6.8 Vertretungskonzept

Für jeden kurzfristig entfallenden Unterricht stellen die betreffenden Kolleginnen und Kollegen nach Möglichkeit Arbeitsaufträge für die Schülerinnen und Schüler. In der E-Phase wird entfallender Unterricht in der 1.-6. Stunde vertreten, in den anderen Jahrgängen und zu anderen Zeiten haben die Schülerinnen und Schüler Räume zur Verfügung, in denen sie die Arbeitsaufträge erledigen können. Die Vertretungen werden so eingesetzt, dass in der Reihenfolge, in der Klasse unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer, Lehrkräfte des gleichen Fachs und sonstige Lehrkräfte, eingesetzt werden. Dabei werden die monatlichen maximal zu haltenden Mehrarbeitsstunden in der Unterrichtsplanung berücksichtigt. Bei langfristigem Ausfall wird eine angemessene dauerhafte Vertretung eingesetzt.

7. Schulische Entwicklungsschwerpunkte

7.1 Lese- und Selbstkompetenz

Ein Teil unserer Schülerinnen und Schüler weist mit dem Übergang von den abgebenden Schulen in die Gustav-Heinemann-Schule ein deutliches Defizit im Bereich der Lesekompetenz auf. Um dies zu kompensieren, haben wir für alle Fächer die Lesekompetenzförderung im Rahmen unserer schulischen Methodenkompetenzcurricula implementiert.

7.2 Polymediale Unterrichtsentwicklung

Seit dem Schuljahr 14/15 führt die GHS mehrere Modellversuche zur Umsetzung polymedialen Unterrichtens durch. Diese werden begleitet durch Besuche mehrerer Fortbildungen durch verschiedene Kolleginnen und Kollegen. Kunst und Informatik werden nach einem besonderen polymedialen Konzept unterrichtet. Beide Leistungskurse haben hierzu ihren gesamten Unterricht an einem Tag. Dieses Pilotprojekt wird von der Universität Frankfurt evaluiert werden. In beiden Fächern war bereits ein entsprechender Vorlauf erarbeitet.

Bereits im dritten Jahr findet die ganzjährige Kooperation "Kunst mit KLASSE!" in Zusammenarbeit mit dem frauen museum wiesbaden statt. Dieses Projekt ermöglicht den Lernenden den unmittelbaren Einblick in den Kulturbetrieb. Um den Projekt- und Werkstattcharakter des ganztägigen Leistungskurses Kunst fachdidaktisch zu erforschen und zu begleiten, stehen Studierende des Kunstpädagogischen Instituts der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen der "Fachdidaktischen Übung mit Lehrversuchen" bereit.

Im Fach Informatik werden die bereits in der E-Phase erprobten polymedialen Konzepte und Kompetenzraster unter Berücksichtigung der KCGO für die Q-Phase fortgeschrieben und umgesetzt. Bei positivem Verlauf könnten polymediale Strukturen in weiteren Kursen umgesetzt werden. Die Anforderungen an die Stundenplanung sind hierfür konzeptionell vorbereitet.

7.3 Medienbildung

Medienbildungskonzept Gustav-Heinemann-Schule Rüsselsheim am Main

Schule hat auch die Aufgabe, Jugendliche bei der Entwicklung von Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Medien zu unterstützen. Web 2.0 und soziale Medien ermöglichen eine Partizipation an sozialen, kulturellen und politischen Themen. Die Fähigkeit, ein Medienprodukt oder eine Informationsquelle kritisch zu beurteilen und einzuordnen, muss eingeübt werden. Somit erhalten Medien in der Schule sowohl als didaktisches Mittel als auch als Unterrichtsthema ihre Bedeutung.

Medien zum Lernen und Üben

Schülerinnen und Schüler sollen sich Lerninhalte aneignen und ihr Wissen vertiefen. In den Lehrplänen und Kerncurricula der verschiedenen Fächer und den Fachcurricula wird diesbezüglich vor allem auf den Einsatz von Lernsoftware und des Internets verwiesen. An der GHS werden hierzu in den MINT-Fächern digitale Experimente, Versuche und Modelle eingesetzt und diese mithilfe der Activeboards und Panels auch außerhalb der Computerräume genutzt. In der Physik, Chemie und Biologie werden durch Versuchsapparaturen digitale Messwerte generiert, die am Computer und auf den Activeboards/ActivPanels verarbeitet, ausgewertet und visualisiert werden. Zudem wird im naturwissenschaftlichen Bereich Software wie GeoGebra zum Modellieren, Simulieren und Visualisieren verwendet. Ebenso soll im Bereich der Cisco NetAcad im Rahmen der CCNA Ausbildung ein vertiefender Umgang mit Netzwerken möglich sein. In den Sprachen werden vor allem für DELE (Diploma de Español como Lengua Extranjera), DELF (Diplôme d’Études en langue française) und Wirtschaftsenglisch die audiovisuellen Möglichkeiten und die entsprechenden Lernsoftware eingesetzt sowie multimedialer Unterricht zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz durchgeführt. In den Gesellschaftswissenschaften werden die Recherchemöglichkeiten zur Vertiefung von Unterrichtsinhalten schwerpunktmäßig eingesetzt.

Medien zum Kommunizieren/partizipieren (Web 2.0) und Organisieren

An der GHS nutzen Schülerinnen und Schüler als auch Lehrerinnen und Lehrer die Lernplattform moodle. Neben der Kommunikationsfunktion wird moodle vor allem zur Dokumentation von Schülerergebnissen, zum Erteilen und zum Verwalten von Arbeitsaufträge und zur Abgabe und Verteilung digitaler Inhalte in allen Fächern genutzt. Neben dem Fachunterricht wird auch in den Arbeitsgemeinschaften auf die Lernplattform als Organisationsplattform zurückgegriffen. Ebenfalls wird im Bereich der Berufsorientierung (OloV Hessen) ein entsprechendes Digitales Portfolio geführt.

Medien zum Gestalten und Präsentieren

Im Fachunterricht, in Arbeitsgemeinschaften und im Rahmen von Schülerwettbewerben (u.a. Jugend Präsentiert, Jugend Forscht, SMART Film Safari, business@school) sollen Schülerinnen und Schüler eigene Produkte (z.B. Texte, Bilder, Videos, Präsentationen) kreativ gestalten und diese präsentieren. Hierzu werden neben den drei Computerräumen vor allem die Activeboards/ActivPanels eingesetzt.

7.4 Kooperation im Schulverbund Main

Abgesehen von der kontinuierlichen transparenten Zusammenarbeit mit unseren Zubringerschulen aus dem Schulverbund Main ist die Gustav-Heinemann-Schule seit drei Jahren im Planungsteam der neu gegründeten Sophie-Opel-Schule vertreten. Ziel ist eine stringente Verzahnung, die den Schülerinnen und Schülern der ersten Kooperativen Gesamtschule des Schulverbunds den Übergang in die Gymnasiale Oberstufe reibungslos erleichtern soll. So gab es bisher Absprachen z.B. bezüglich der Fremdsprachenfolge und der Studien- und Berufsorientierung. Mit steigenden Jahrgängen an der Sophie-Opel-Schule soll diese Kooperation auch in Zukunft fortgesetzt und ausgebaut werden.

8. Schulinterner Fortbildungsplan

Da die Schulentwicklung einem stetigen Prozess unterliegt, in dem sich die unterrichtlichen Schulentwicklungsziele ändern, wird regelmäßig ein Fortbildungsplan erstellt, der die besuchten Fortbildungen der Kolleginnen und Kollegen differenziert nach schulischen Entwicklungsschwerpunkten und fachspezifischen Aspekten aufführt.

Die entsprechende Zusammenstellung und die dezidierten durch Abfrage erhobenen Wünsche aus den Fachschaften, werden ebenso berücksichtigt wie die im Schulprogramm thematisierten Entwicklungsschwerpunkte. Diese bilden die Grundlage zur Erarbeitung des Fortbildungsplans.

Die schulinternen Inhalte fokussieren langfristig:

  • Medienkompetenzförderung
  • (Weiter-) Professionalisierung für Kolleginnen und Kollegen

Das Konzept ergänzend finden regelmäßig pädagogische Tage zur intensiven Fortbildung der Lehrkräfte statt sowie eine 2-tägige Schulentwicklungstagung in Naurod (siehe Auflistung).

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